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Sich mit der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen macht sehr vielen Menschen Angst. Denn mit dem Tod ist erstmal alles vorbei. Endgültig. So viel wir als Lebende zumindest bisher wissen.

 

Und doch glauben wir so gerne, dass wir mindestens 80 oder noch älter werden. Das wir fit und gesund bis ins hohe Alter sind und diese Schicksalsschläge von frühen Toden oder schlimmen Erkrankungen nur die anderen treffen.

 

Zumindest entsteht bei mir immer wieder dieser Eindruck, wenn ich UnternehmenslenkerInnen erlebe oder von ihnen erfahre, dass sie mit 60, 70, 80 oder sogar noch älter, immer noch im Unternehmen stehen und glauben, ohne sie funktioniert es nicht.

 

Und dann gibt es die vereinzelten Momente: Wenn in der eigenen Umgebung etwas Schreckliches passiert, oder wir von jemandem, den wir kennen, erfahren, dass es einen schweren Unfall gegeben hat, oder dass jemand mit 40 einfach tot umgefallen ist. Das sind die Momente in denen wir kurz inne halten und feststellen, dass das Leben doch endlich ist und diese unerwarteten Dinge auch jederzeit uns selbst widerfahren können. Das sind die Momente, in den wir dann für ein paar Tage bewusster leben, an denen wir uns daran erinnern oder wir darüber nachdenken, was wir eigentlich noch alles tun und erleben wollen. So viele Pläne, so viele Ziele…

 

Diese Phase ist ein paar Tage später auch schon wieder vorbei und der übliche Trott hat uns wieder eingeholt. Schon ist wieder alles in die weite Zukunft verschoben. Das kann ich ja noch alles machen, wenn ich alt bin.

 

Aber wann ist das dann? Wenn die UnternehmerInnen mit 60, 70, 80 oder älter immer noch im Unternehmen stehen. Wann kommt dieses später?

 

 

Hier kannst Du als Nachfolgerin in den Prozess aktiv mit eingreifen.

 

Finde die wahren Gründe Deines Seniors/ Deiner Senioren heraus, was ihn/sie am Unternehmen hält. Gründe dafür, gibt es viele:

  • sie finden keine/n geeigneten NachfolgerIn
  • sie wollen ihr Unternehmensbaby, dass sie über Jahrzehnte aufgebaut und/oder ihr Herzblut investiert haben einfach nicht loslassen
  • kein/e NachfolgerIn ist wirklich gut genug
  • sie fühlen sich unersetzlich
  • sie haben Angst vor der Zukunft, weil sie ausser dem Unternehmertum nichts anderes kennen und wissen oft gar nicht, welches Leben noch auf sie wartet
  • sie sind auch generationenbedingt geprägt, dass die Arbeit einfach auch zum Leben mit dazu gehört
  • die Verhandlungen über den Kaufpreis nehmen keine gemeinsame Richtung an.

 

Viele UnternehmerInnen verschließen zudem die Augen davor, dass sie mit dem nicht loslassen und nicht aufhören, die Aufrechterhaltung des Betriebes nur schlimmer machen. In den meisten Fällen fahren sie mit dieser Verhaltensweise die Unternehmen an die Wand. Existenzen werden damit grundlos harten Bedingungen ausgesetzt oder sogar zerstört. Alles unnützerweise.

 

 

Hilf Ihnen sich zu erinnern, …

 

… dass es ein Leben neben und auch nach dem UnternehmerInnen sein gibt. Frag sie gerne, was sie alles nicht gemacht oder ständig verschoben haben, um dem eigenen Unternehmen zu dienen.

… was sie in ihrem Leben noch erleben und tun möchten.

… dass zwischen den Senioren und den Junioren immer eine Erfahrungslücke von mindestens 20 Jahren liegen wird, egal wie gut oder schlecht ein/e NachfolgerIn aus ihrer Sicht ist.

… wie ihre eigenen Anfänge als UnternehmerIn oder sogar NachfolgerIn war und was sie alles lernen und erfahren mussten, um an den heutigen Punkt zu kommen.

… was sie sich selbst von ihrem Übergeber gewünscht hätten.

 

 

Mache nicht die gleichen Fehler

 

Unternehmertum ist ein Abschnitt in unserem Leben als Unternehmerin. Es ist ein Teil von uns, aber macht uns nicht grundsätzlich aus. Klar ist Unternehmerin sein eine Lebensentscheidung, die unsere Ausrichtung, unsere Art zu leben extrem beeinflusst und doch ist es „NUR“ ein Lebensabschnitt, eine Vision, ein Ziel, ein Projekt in unserem Leben.

 

Wir als neue Generationen, also, die x, y und auch z – Generationen, bringen hier schon ein neues Mindset mit. Die meisten davon wollen gar nicht mehr nur Arbeiten und dann irgendwann umfallen. Der Wunsch nach einem erfüllten und ausbalancierten Leben zeigt sich in diesen Generationen schon sehr ausgeprägt.

 

Trotzdem nimmt uns der Unternehmerinnenalltag immer wieder sehr stark ein. Deshalb hilft es, immer mal wieder bewusst darüber nachzudenken:

 

Was passiert mit meinem Unternehmen, wenn ich mal nicht mehr sein sollte. 

 

Und den Gedanken solltest Du Dir nicht erst mit 60 stellen, sondern ab Anbeginn Deiner Unternehmenstätigkeit. Denn es kann immer was passieren.

 

Umso früher man den bewussten Gedanken zulässt, dass man selbst endlich ist, desto intensiver denkt man auch darüber nach, wie es mit dem eigenen Unternehmen weitergehen sollte und wie lange man selbst eigentlich im Unternehmen bleiben möchte.

 

Das hilft, den Nachfolgeprozess von Anbeginn an in die richtigen Bahnen zu lenken.

 

An wen möchtest Du Dein Unternehmen irgendwann übergeben? Wie möchtest Du Dein Unternehmen gerne mal übergeben?

 

Allein diese beiden Fragen verhelfen Dir zu ganz anderen Unternehmensentscheidungen, als wenn Du Dich nur um die kompetente Erfüllung der operativen Aufgaben kümmerst. Auch wenn Du bereits Verantwortung für Mitarbeiter trägst, bekommt Deine Unternehmerinnentätigkeit mit einem bewussten Endedatum eine ganz andere Dynamik.

 

Wenn Du Dich heute in jungen Jahren bereits damit auseinandersetzt, bedeutet es nicht, dass Deine Überlegungen oder Pläne damit sofort in Stein gemeisselt sind. Pläne dürfen wachsen und sich auch verändern. Es hilft Dir trotzdem klarer zu sehen und den Fokus für Deine Unternehmensziele beizubehalten.

 

So viel zu Deiner Zukunft.

 

3 Tipps für Deinen aktuellen Übernahmeprozess

 

Für Deinen aktuellen Übernahmeprozess habe ich noch 3 Tipps für Dich, um dem Senior/den Senioren den Ausstieg ein wenig zu vereinfachen:

  • Definiert einen klaren Nachfolgeplan, schreibt ihn nieder und verpflichtet euch beide/alle mit eurer Unterschrift dazu.
  • Definiert ein klares Übergabedatum und fordere es für Dich auch ein.
  • Wenn sich der Senior zeitlich nicht binden möchte, mache ihm klar, dass Du ab einem gewissen Zeitpunkt x, als Nachfolgerin nicht mehr zur Verfügung stehst. Sonst besteht die sehr große Gefahr, dass Du mit der Zeit ausbrennst.

 

Lass mich gerne wissen, wie es Dir in Deiner aktuellen Situation geht und wie Deine Nachfolgepläne in der Zukunft aussehen.

 

Vergiss bei allem nicht: es darf leicht gehen!

 

Liebe Grüße

Nadja