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haufe.de hat mit ihrem Aufruf zur Blogparade # Organisationsrebellen eine interessante Diskussionsgrundlage gelegt zu der ich gerne einen Beitrag leisten möchte.

 

Organisationsrebellen hat es schon immer gegeben. Sie hinterfragen den Status quo, sind extrem engagiert und interessieren sich für das Wohl und das Fortkommen des Unternehmens. Sie kritisieren nicht nur sondern bringen auch die Lösungsvorschläge. Aus meiner Sicht ideale MitarbeiterInnen. Und doch ecken sie immer wieder an, weil sie den reibungslosen Ablauf stören. Weil sie unbequem sind. Weil sie immer wieder Sand ins Getriebe schütten und den alltäglichen Trott hinterfragen, um es noch besser zu machen. Störungen der Effizienz und Präzision, die wir durch die Industrialisierung bis zur Perfektion hin voran getrieben haben.

 

Und doch haben sich die Zeiten in den letzten Jahren geändert. Nicht, dass die Organisationsrebellen höheres Ansehen erhalten hätten. Nein. Die Welt ändert sich dramatisch. Und das nicht nur an einer Stellschraube. Die Märkte definieren sich jeden Tag neu. Branchenzuordnungen, die es in der gewohnten Form nicht mehr gibt, weil sich jeden Tag neue Geschäftsmodelle erfinden und dadurch mit der Tradition gebrochen wird. Unternehmen, die nicht mehr nur in eine Richtung unterwegs sind, sondern sich zum Teil komplett neu erfinden. Sogar müssen, um langfristig wirklich bestehen zu bleiben. Jeden Tag neue Technologien, die auf den Markt und in die Unternehmen drängeln. Gesellschaftliche Umformungen aufgrund des demographischen Wandels der nun endlich an seinem Wendepunkt ist und kein Zukunftsmärchen mehr darstellt. Zuwanderungen aus allen Teilen der Erde. Gesellschaftliche und politische Umformierungen. VUCA eben. Mehr zu VUCA gibt es bei Melanie Vogel.

 

MitarbeiterInnen, die ihre eigenen Wege gehen und klar sagen, was sie möchten und ihnen wichtig ist. Kein hoffen und bangen mehr, ob sie bei den Unternehmen ihre Jobs auch wirklich bekommen. Nein. Sie suchen mittlerweile aus, wo sie arbeiten möchten. Unterschiedliche Bedürfnisse aus vier Generationen, die unterschiedlicher nicht sein können und zufriedengestellt werden müssen, um die Mitarbeiter überhaupt zu finden und auch wirklich langfristig zu halten.

 

Da braucht es mittlerweile mehr als nur noch einzelne Organisationsrebellen. Es braucht die Rebellion im gesamten Unternehmen.

 

Was hilft dabei?

 ggg

Neu Denken

Offen, neugierig und Lust auf neue Erfahrungen. Sich selbst und die eigenen Prozesse und Routinen zu hinterfragen. Was haben wir? Was wollen wir zukünftig machen? Wie passt das bisherige noch dazu? Was können wir anpassen? Was müssen wir neu denken?

Welche Bedürfnisse und Ansprüche gibt es mittlerweile in der Organisation? Wie kann ich diesen gerecht werden?

 

Was ich gelernt habe: Denken und hinterfragen dürfen, bringt mehr Kreativität und Innovationen ins Unternehmen.

 

Werte und Visionen definieren

Ohne Wegweiser und Leitblanken gibt es keine klare Richtung. Nur wenn die Werte und die Zielrichtung der Organisation und der Mitstreiter zusammen passen, klappt es auch mit dem Wandel. Umso mehr die Beteiligten persönlich von der gewünschten Zielrichtung profitieren, umso leichter wird es andere für die eigenen Ideen zu gewinnen. Das Wichtigste dabei. Kenne die Bedürfnisse und Wünsche und wahren Antreiber Deines Gegenübers und bilde daraus die gemeinsame Basis.

 

Was ich gelernt habe: Nur mit einer gemeinsamen Basis bleiben alle im Boot – auch bei Veränderungen.

 

Vorbild sein und Mitstreiter finden

Will ich, dass sich was ändert, muss ich es selber vorleben. Wenn ich nur darüber rede, es selber jedoch nicht umsetze, dann kann es nichts werden. Selber TUN, Erfolge damit feiern und andere anstecken. Immer wieder darüber sprechen. Andere bei Interesse einbinden. Jeden Tag den für sich definierten Weg gehen. Ohne wenn und aber. Durchhalten. Bei Gegenwind eben nicht den Kopf in den Sand stecken. Nach Lösungen suchen, wenn es mal nicht so klappt wie es sollte. Andere um Hilfe bitten. Die Menschen mit ins Boot holen, die selber Lust auf die Ideen und Veränderung haben. Und vor allem wichtige Influencer aktivieren – die Personen, auf die die anderen hören. Und das sind nicht immer die Chefs. Was man selber nicht schafft, schaffen sie, wenn sie natürlich davon überzeugt sind.

 

Was ich gelernt habe: Es muss nicht immer alles alleine gemacht werden.

 

Mit Kritikern umgehen

Auf die Zweifler, Gegner, Andersdenker und Veränderungsmuffel treffen wir bei jeder Rebellion. Schaut man allerdings hinter die Kulissen und versucht zu verstehen, warum sie einen davon abhalten wollen, wird das Bild meistens um einiges klarer. Sind es die jeweiligen persönlichen Grenzen, die mit der Veränderung angestoßen werden? Wurden in vergleichbaren Situationen schon mal negative Erfahrungen gemacht und versucht einen die Person nur davor zu bewahren? Ist vielleicht doch was Wahres dran und es dient als Anstoß über die eigenen Argumente und eigene Richtung nochmal nachzudenken und nachzujustieren? Zuhören. Wirklich verstehen und darauf basierend einen gemeinsamen Nenner finden.

 

Was ich gelernt habe: So lassen sich so manche Gegner zu Unterstützern umwandeln.

 

Einfach TUN

Wie sagt der Spruch so schön: „ Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.“

Manchmal hilft es einfach nur zu machen und mit den Erfolgen zu überzeugen. Ist man von einer Möglichkeit, Idee oder Änderung überzeugt, dann einfach umsetzen. Hat früher auch immer wieder bei meinen Chefs funktioniert. Ein Nein habe ich meistens nicht akzeptiert, wenn ich davon überzeugt war, dass meine Idee gut ist. Ich habe es dann trotzdem gemacht und genau diese Ideen wurden zu großen Erfolgen.

 

Was ich gelernt habe: TUN ist die Devise.

 

Und doch braucht es dann auch immer wieder Ruhephasen, in denen die veränderten Situationen sacken dürfen. Zeit zum Ankommen und akklimatisieren für alle Beteiligten. Ruhephasen – bevor die nächsten neuen Ideen vor der Türe stehen.

 

Keiner weiss, wohin uns die Wege führen und doch gibt es bei jedem Rebellen oder einer ganzen Rebellion immer einen gemeinsame Antrieb – es soll für alle Beteiligten noch besser werden. Gibt es Verbesserungsvorschläge, Ideen für neue Lösungen und Wege, dann sollten sie angehört, wahrhaftig diskutiert und versucht werden. Gemeinsame Brainstormings, Think Tanks und regelmäßige Gesprächsrunden bieten dafür eine ideale Plattform. Und wenn etwas nicht klappt? Na und! Auch in Niederlagen entstehen oft weitere Lösungen und Richtungen, die vielleicht noch besser passen. Wir leben gerade VUCA – dazu gehört auch (ein wenig) Rebellion.

 

Viele Grüße

Nadja