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Eine Unternehmensnachfolge bringt viele tolle Möglichkeiten seine eigene Karriere auf eine ganz andere Stufe zu stellen oder auch die Familientradition weiter aufrecht zu erhalten. Die eine Standardlösung für eine reibungslose Übernahme gibt es nicht. Es sind immer individuelle Lösungen gefragt, weil jeder Beteiligte seine eigene persönliche Situation und Unternehmenskonstellation mit einbringt.

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Eine ordentliche und längerfristige Planung hilft dabei, die für die eigene Übernahme richtigen Entscheidungen zu treffen. Nur welche Aspekte spielen bei der Nachfolge wirklich eine Rolle und welche Fallstricke können dabei entstehen?

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Ausschließlich steuerliche Aspekte sollten kein Auslöser für die Nachfolgeplanung eines Unternehmens darstellen

 

Wer eine Unternehmensnachfolge plant, muss viele rechtliche Konsequenzen bedenken. Steuerliche Beweggründe sollten hierbei nicht im Vordergrund stehen, sondern die betriebswirtschaftliche Motivation zur Übertragung, die Erhaltung des Lebenswerkes und die Versorgung des Übertragenden. Erst wenn der Übergeber bzw. die Familie sich einig ist, wer das Unternehmen weiterführen und was übergeben werden soll, können die steuerlichen Konsequenzen aufgezeigt und optimierende Gestaltungen vorgenommen werden.

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Eine Gestaltung bedarf eventuell einer längeren Vorlaufzeit, so dass mit der Nachfolgeplanung frühzeitig begonnen werden sollte. Auch die Banken sind an einer rechtzeitig geregelten Nachfolge interessiert, da dies in der Regel Einfluss auf das Rating des Unternehmens bei der Kreditvergabe hat.

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Steuerliche Konsequenzen – Fallstricke – frühzeitige Übergabe 

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Wenn der Übergeber sich entschieden hat bzw. er und seine Familie sich hinsichtlich der Nachfolge einig sind, kann das Nachfolgekonzept erstellt und die steuerlichen Konsequenzen erarbeitet werden. Dabei gibt es einige Fallstricke, die der Übergeber bzw. Übernehmer kennen sollte, wie z.B. die Aufdeckung von stillen Reserven. Dies kann am besten anhand eines Beispiels verdeutlicht werden:

Der Übergeber V ist 100%-iger Gesellschafter des zu übergebenden Unternehmens, der A-GmbH & Co. KG und hält in seinem Sonderbetriebsvermögen ein Grundstück, welches er an die KG vermietet (dieses hatte im Zeitpunkt der erstmaligen Vermietung an die KG im Jahre 1980 einen Wert von 100.000 €). V möchte die KG seiner Tochter (T) übergeben, sein Privatvermögen an seinen Sohn (S) übertragen, das Grundstück behalten und dieses weiter an die KG vermieten. Bei Durchführung dieser Fallkonstellation müsste das Grundstück (heutiger Wert 1.000.000 €) aus dem Sonderbetriebsvermögen in das Privatvermögen überführt wurden. Dies führt zu einer Aufdeckung von stillen Reserven in Höhe von 900.000 €, welche zu versteuern wären. Das ungewollte steuerliche Ergebnis kann durch verschiedene Gestaltungen vermieden werden, wie z.B. das Grundstück auch an T übertragen und S jährlich am Gewinn der KG beteiligen.

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Wenn der Übergeber bzw. seine Familie zu Lebzeiten des Übergebers keine Überlegung über die Nachfolge anstellt, können eventuelle steuerliche Folgen nicht mehr beseitigt werden.

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Erbrechtliche und gesellschaftsrechtliche Konsequenzen

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Aber auch die Tochter (T) als Übernehmerin der KG sollte schon von Anfang an für den Notfall vorsorgen. Wenn in der Familie nämlich das ausdrückliche Verständnis vorherrscht, dass das Unternehmen (also die KG) auf jeden Fall „in der Familie“ bleiben soll, also an die Kinder (der Tochter) oder – falls es solche nicht gibt – an den Bruder (also den Sohn (S)) übergehen soll, so muss dies bereits im Gesellschaftsvertrag der KG berücksichtigt werden. Hierin ist durch spezielle „Todesfallklauseln“ die Nachfolge der Kinder und des Bruders und dessen Kinder in die Gesellschaftsanteile sicher zu stellen.

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Wichtig ist dabei aber, dass dann auch das Testament der Tochter entsprechend auf die Klauseln im Gesellschaftsvertrag abgestimmt wird.

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Wird beispielsweise im Gesellschaftsvertrag festgelegt, dass nur Kinder der Tochter, der Bruder und dessen Kinder in den Anteil nachfolgen können, und hat die Tochter ein Testament geschrieben, in dem sie zunächst nur ihren Ehemann als alleinigen Erben einsetzt, so widersprechen sich Testament und Gesellschaftsvertrag. Da aber das Gesellschaftsrecht dem Erbrecht vorgeht, folgen zwar die im Gesellschaftsvertrag genannten Personen in die Gesellschafterstellung und nicht der Ehemann, diesem steht dann aber eine Abfindung aus dem Gesellschaftsvermögen zu. Dies ist nicht nur für die Liquidität der Gesellschaft gefährdend, vielmehr war auch dieses wirtschaftliche Ergebnis gerade zumeist nicht gewollt.

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Die langfristige Planung der Nachfolge in der Gesellschaft kann daher nur durch eine sorgfältige rechtliche Abstimmung des Gesellschaftsvertrages mit einem Testament sichergestellt werden.

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Güterrechtliche Konsequenzen

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Darüber hinaus sollte die Tochter aber auch für den Fall einer Scheidung der Ehe Vorsorge treffen. Ohne ehevertragliche Regelung fällt der Wertzuwachs der KG, der während der Ehe entsteht, in den Zugewinn. Dieser Zugewinn ist am Ende der Ehe auszugleichen, was zu massiven Zahlungen der Tochter an ihren Ehemann führen könnte. Dem sollte im Vorfeld durch die Vereinbarung einer sogenannten „modifizierten Zugewinngemeinschaft“ abgeholfen werden.   All diese Aspekte haben eins gemeinsam. Es sind immer Menschen beteiligt, die miteinander sprechen und auch gemeinsame Lösungen finden müssen. Und genau das bringt uns zu einem weiteren Fallstrick.

Nicht ausreichende und intransparente Kommunikation

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Gesprochen wird meistens sehr viel. Nur sind es oft immer die gleichen Argumente im Rahmen von Diskussionen, die vorgebracht werden. Und über die wirklich wichtigen Dinge wie Sorgen, Ängste, Zweifel, Unsicherheiten wird nicht bis wenig gesprochen oder sie werden einfach ignoriert. Die Resultate daraus: Entscheidungen, die nicht getroffen bzw. immer mehr nach hinten geschoben werden. Unnötiger Druck, der einzelne Parteien in Ihren Handlungen lähmt. Erzwungene Entscheidungen für die Unternehmensnachfolge, die dem Unternehmen langfristig schaden.

 

Würde der Vater (V) vor der Entscheidung der Tochter ständig in den Ohren liegen „Wie ist es denn nun mit der Nachfolge? Machst Du es? Wir haben ja alles für Dich gemacht, dass Du eine gute Basis hast.“ setzt es die Tochter (T) enorm unter Druck und sie kann sich nur noch sehr schwer aus freien Stücken für die Unternehmensnachfolge entscheiden.   Eine andere Konstellation wäre, dass der Vater (V) die Kinder (T + S) lange nicht über seine Pläne der Übernahme informiert oder das Gespräch sucht, so dass beide nicht wissen, soll es überhaupt jemand von ihnen übernehmen und wenn ja wer. Das führt zum Stillstand bei allen Beteiligten, weil sich keiner so Recht traut in seiner eigenen Karriere weiterzumachen, denn die Übernahme könnte ja dann kommen. Oder aber, die Kinder (T + S) erreichen den Punkt, dass sie keine Lust haben mehr auf die Entscheidung des Vaters (V) zu warten und dann geht das Konzept mit der internen Nachfolge nicht auf. Das ist sehr oft dann der Fall, wenn es mehrere Kinder / Erben gibt und der Vater alle gleichberechtigt behandeln möchte. Dabei sollte innerhalb der Nachfolge immer das Beste für das Unternehmen an erster Stelle stehen. Der Rest lässt sich mit externen Experten sehr gut klären.

 

Alles in allem ist es am wichtigsten zuzuhören, aufeinander einzugehen, und mit Interesse und erst einmal ohne Forderungen aufeinander zuzugehen. Egal um welche Aspekte es in der Nachfolge geht. Denn hier zählen die gemeinsamen Lösungen, die dem Prozess die notwendige Leichtigkeit geben und zu reibungslosen Ergebnissen führt.

 

Das war ein Auszug möglicher Fallstricke in der Unternehmensnachfolge, entstanden in einem gemeinschaftlichen Blogbeitrag mit den Autorinnen:

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Nadine Hofmann (Partnerin der Hofmann & Fertig Partnerschaft aus Steuerberatern mbB),

Sabrina Rokuss (Notarin & Rechtsanwältin),

und Nadja Forster (Unternehmensnachfolge mit Leichtigkeit & Herz).

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