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In meiner Zeit als Recruiterin war immer eine meiner Fragen: „Wie treffen Sie Entscheidungen? – Kommen die Entscheidungen mehr aus dem Bauch heraus oder sammeln Sie gerne Daten, Fakten, etc zusammen und wägen dann ab, was am besten für Sie ist.“. Für mich war es eine Kontrollfrage zu den Erzählungen, die mir die Kandidaten bis zu dem Zeitpunkt bereits gegeben haben und es zeigt mir eine grundsätzliche Entscheidungstendenz.

 

Nur sind wir wirklich nur Kopf- oder Bauchentscheider? Gibt es überhaupt eine Ausrichtung dazu? 

 

Seit die Hirnforschung immer neue Forschungsergebnisse zu unserem Gehirn herausgibt, habe ich einiges dazugelernt.

 

Fakt ist, dass wir täglich zig Entscheidungen treffen. Auch wenn viele davon ganz unterbewusst geschehen. Was wir essen, was wir anziehen – wobei das manchmal echt kompliziert sein kann ;-). Welche Strassen wir nehmen. Manche fallen uns leichter, andere wiederum schwerer.

 

Fakt ist auch, dass es ganz egal ist, wie sich unsere Entscheidungsfähigkeit nach außen zeigt. Denn wir treffen unsere Entscheidungen bereits bevor es uns überhaupt bewusst wird, dass wir uns schon entscheiden haben. Hirnforscher haben herausgefunden, dass Entscheidungen zu 100% zuerst im Limbischen System (Unterbewusstsein / Gefühlszentrum) gefällt werden und dann erst in unserem Bewusstsein (Neocortex) ankommen. Unser Verstand, auf den sich so viele berufen – dass wir doch nur rationale Entscheidungen treffen (sollen), ist der Bereich, der am wenigsten Informationen in unserem Umfeld verarbeiten kann und auch derjenige Teil, der als letztes von unserer eigentlichen Ausrichtung erfährt.

 

Was bedeutet das? Uns umgeben zwei Bereiche: der bewusste Anteil in uns und der unbewusste Anteil. Stelle es Dir als Eisberg vor (z.B. Eisberg Model von Sigmund Freud). Die Spitze, die aus dem Wasser schaut, ist der kleinste Anteil (bewusste Anteil). Der Anteil, den wir sehen, ergreifen können, der mit Daten & Fakten gespickt ist. Der Anteil, auf den immer alle Entscheidungen fokussiert sein sollen. Der unbewusste Teil ist der Teil unter der Wasseroberfläche, der Teil, der richtig groß ist. Im Verhältnis 90% unbewusst zu 10% bewusst. Manche Zahlen zeigen sogar ein Verhältnis von 95% zu 5%. Zu unserem unbewussten Anteil gehören unsere Werte, Normen, Bedürfnisse, Erfahrungen, Gefühle, Ziele, Erziehung, Erwartungen, Wahrnehmungen, Gefühl des Vertrauens, der Sicherheit, unsere Ängste usw. Eben die Dinge, die für uns nicht immer greifbar sind, wegen denen wir manchmal anders handeln als unser Verstand es vorgibt.

 

Es ist Dir mit Sicherheit auch schon passiert, dass Du in eine Richtung gesprochen hast und dann genau das Gegenteil davon gemacht hast.

 

Bezieht man in die Rechnung noch zwei weitere Zahlen mit ein, dann finde ich es noch spannender. Unser Verstand (Bewusstsein) kann 3-4 Informationen pro Sekunde verarbeiten. Unser Unbewusstes verarbeitet in der gleichen Zeit ca. 40.000.000 Informationen. Das nenne ich einen gewaltigen Unterschied.

 

Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass unsere Entscheidungen bereits 300 Millisekunden vor der Reaktion im Denhirn im Limbischen System messbar sind. Und laut Dr. Dr.Prof. Gerhard Roth, benutzt das Limbische System den Verstand zwar um komplexe Situationen differenziert bewerten zu können, gibt aber nie die Entscheidung ab.

 

Aus meiner Sicht macht es gar keinen Unterschied, ob wir uns als Bauch- oder Kopfentscheider sehen. Die Kopfentscheider brauchen aus meiner Sicht einfach nur mehr Daten und Materialien um das Vertrauen und die Sicherheit in die bereits getroffene Entscheidung zu bekommen. Und wir sind und werden auch immer noch als Gesellschaft darauf getrimmt, dass nur „rationale Entscheidungen“ die richtigen Entscheidungen sind.

 

Die Forschung belegt zum Glück mittlerweile das Gegenteil. 

 

Ich glaube auch nicht, dass uns die Entscheidung an sich schwer fällt. Für mich stehen uns mehr die Umsetzung danach und die Konsequenzen oder Veränderungen, die daraus entstehen, im Weg. Ich kann mich entscheiden und trotzdem nicht danach handeln. Oder noch nicht. Manchmal kennt man die Entscheidung sehr genau, aber das Umfeld oder die Strukturen passen dazu noch nicht. Und manchmal stehen einfach die eigenen Ängste im Weg.

 

Aus meiner Sicht sollten wir unseren Geistesblitzen und auch Schnellentscheidungen auf jeden Fall Raum geben und auch darauf vertrauen. Gibt es sonst keine gefühlten Irritationen, dann ist die Entscheidung auch handfest. Dann gehen der bewusste und unbewusste Teil in uns in die gleiche Richtung und sind sich einig. Gibt es irgendwelche Irritationen, kommen die i.d.R. aus dem unbewussten Teil heraus. Hier lohnt es sich einen genaueren Blick darauf zu werfen und die Entscheidung wirklich in ihre Einzelschritte zu zerlegen.

 

Das kann vor allem bei großen Entscheidungen hilfreich sein. Wenn es um Deine Partnerschaft geht, Deine Karriereentscheidungen und natürlich auch, wenn es um die Entscheidung geht, ob Du die Unternehmensnachfolge antreten sollst. Egal ob es sich dabei um eine interne oder eine externe Nachfolge handelt.

 

Irritationen, die Dich beispielsweise von Deiner endgültigen Entscheidung zur Unternehmensnachfolge zurückhalten, können Umfeldaspekte sein, z.B. Ungereimtheiten, schwierige Vergangenheitserfahrungen mit betroffenen Familienmitgliedern oder ungeklärte Rahmenbedingungen für die Nachfolge. Genauso die innere Unsicherheit, aber auch Zerrissenheit, ob es tatsächlich der richtige Weg für Dich ist. Ängste, Deinen Eltern die wahren Leidenschaften zu sagen oder zu zeigen. Ängste die Aufmerksamkeit oder Anerkennung der Familie zu verlieren.

 

Diese Irritationen hindern Dich Deine bereits getroffene Entscheidung in die Tat umzusetzen. Die folgenden Schritte können Dir dabei helfen, die Ungereimtheiten aufzulösen und in Klarheit Deinen Weg zu gehen:

 

  1. Für jede Entscheidung gibt es einen Auslöser. Welcher ist das bei Dir?
  2. Werfe einen Blick auf Deine aktuelle Situation und erfasse für Dich alles und jeden was / der Deine Entscheidung beeinflusst.
  3. Was sind Deine wahren Bedürfnisse?
  4. Welche Kriterien spielen bei der Entscheidung tatsächlich eine Rolle?
  5. Wie ist Deine Idealvorstellung?
  6. Bewerte Deine Idelavorstellungen.
  7. Was sind Deine Risiken?

Ergebnis: Deine gesicherte Entscheidung steht.

 

 

Mehr zu den einzelnen Schritten Deiner Entscheidungsfindung, erfährst Du in meinem kostenlosen Videotraining, einfach kurz anmelden und los geht´s: Zum Videotraining.

 

Viel Spaß beim Entdecken Deiner Entscheidungsmuster und dem Auflösen der Irritationen, die Dich aktuell von Deiner Umsetzung noch abhalten.

 

Liebe Grüße

Nadja