089 / 21999023 info@forster-coaching.eu

Sprechen wir von einer idealtypischen Unternehmensnachfolge, dann erfolgt sie in 3 Phasen: der Vorbereitungsphase, der Umsetzungs- oder Transaktionsphase und der Phase nach der Übergabe.

 

Als Nachfolgerin im Familienbetrieb kannst Du bereits schon sehr früh und auch auf alle Phasen Einfluss nehmen. Sie sind auch für Deine Entwicklung sehr wichtig, also nutze sie.

 

Aber schauen wir uns zunächst die einzelnen Phasen im Überblick an:

 

Die Vorbereitungsphase

…ist die Phase, in der der Senior sich einerseits überlegt, welche Anforderungen er an den Nachfolger stellt und für sich das Nachfolgerprofil definiert. 5 bis 10 Jahre vor der eigentlichen Übernahme sollte er auch schon damit beginnen, sein Unternehmen für die Nachfolge fit zu machen. Investitionen tätigen, große Projekte noch in Angriff nehmen, so dass ca. 1 Jahr vor der Übergabe das Unternehmen auf einem guten technischen Stand ist und keine Investitionsstaus entstehen.

 

Stehst Du als Nachfolgerin fest, nutze die Vorbereitungszeit, um DICH für die Unternehmensübernahme fit zu machen, Dir fehlende Qualifikationen anzueignen und auch das Unternehmen in den ersten Zügen bereits kennen zu lernen. Idealerweise hast Du die Möglichkeit,  Dir mit einem ersten Projekt bereits einen eigenen Namen im Familienunternehmen zu machen, z.B. durch die Einführung der Zertifizierung oder die Gestaltung eines komplett neuen Bereiches, die Einführung eines neuen Tools, dass in der gesamte Unternehmung oder in einem sehr wichtigen Teilbereich eingesetzt wird.

 

Wie Du die Vorbereitungszeit für Dich effektiv nutzen kannst und Dich gut vorbereitest, erfährst Du im nächsten Teil dieser Artikelserie.

 

Umsetzungs- und Transaktionsphase:

 

Hier steigst Du offiziell als Nachfolgerin in den Betrieb ein und übernimmst eine Position in der Geschäftsführung oder einer entsprechenden Leitungsfunktion. In der Regel ist es auch die Zeit, in der Du mit dem Senior oder den Senioren eng zusammenarbeitest. Du lernst das Unternehmen in allen Belangen kennen, übernimmst einen Teil der Verantwortung und entwickelst Deine eigenen Führungsfußstapfen im Familienbetrieb.

 

Diese Phase kann sehr konfliktreich ablaufen, denn es treffen zwei Generationen im Chefbereich aufeinander. Ihr habt unterschiedliche Berufs- und Lebenserfahrungen, vielleicht auch verschiedene Ausbildungen, unterschiedliche Herangehens- und Denkweisen. Für Dich ist das Unternehmen möglicherweise nicht neu, und trotzdem steigst Du in einer neuen Rolle in die bereits bestehenden Strukturen ein. Für den Senior/die Senioren ist es zudem sehr oft das eigene Baby, dass er/sie aufgebaut und entwickelt haben. Für Dich bedeutet es jetzt die ersten verantwortungsvollen Sporen zu verdienen und zu zeigen, dass Du als Unternehmensnachfolgerin würdig bist. Keine leichte Aufgabe, denn alle Beteiligten merken, dass sich nun etwas verändert.

 

Wichtig ist, dass ihr euch vor oder spätestens zu Beginn dieser Phase darauf einigt, wann die Übergabe offiziell stattfindet und wie ihr die Zusammenarbeit gemeinsam gestaltet.

 

Wie ihr die Umsetzungs- und Transaktionsphase gemeinsam gut meistert, erfährst Du in Teil 3.

 

Phase nach der Übergabe:

 

Haben sich alle Beteiligten an den vereinbarten Übergabezeitpunkt gehalten, ist nun die Zeit den Senior oder die Senioren gebührend und offiziell aus dem Unternehmen zu verabschieden. Das heißt nicht unbedingt, dass Dir der Senior nicht mehr zu Verfügung steht. Er kann natürlich noch als Berater herangezogen werden oder Dir mit Rat und Tat inoffiziell oder auch als offizielles Mitglied im Beirat zur Seite stehen.

 

Achtet jedoch darauf, dass Du nun offiziell die Chefin bist, die Mehrheit der Anteile hast und sich der Senior nicht mehr ins operative Geschäft einmischt. Das ist nun Deine Verantwortung und würde bei den Mitarbeitern nur Verwirrung auslösen und auch Deine Stellung im Unternehmen untergraben.

 

Um den Übergang für den Senior/die Senioren angenehmer zu gestalten, unterstütze sie dabei, sich ein Leben nach dem Unternehmertum aufzubauen. Dazu können die Enkelkinder zählen, also die Rolle als Opa/ Großeltern auszufüllen, lang hinausgeschobene Reisen endlich zu realisieren, aufgegebene oder neue Hobbies auszuleben. Oder auch die Mithilfe in Verbänden oder die Übernahme von ehrenamtlichen Tätigkeiten sind eine gute Möglichkeit sich neuen Herausforderungen zu widmen. Hilf ihm/ihnen dabei, die Möglichkeiten und Freiheiten außerhalb des Unternehmens zu sehen, so dass er/sie richtig Lust darauf bekommen.

 

Wird dieser Schritt übersehen oder nicht ernst genommen, besteht die Gefahr, dass der Senior in ein größeres Loch fällt, weil er nur den Verlust seines Status und seiner Funktionen sieht.

 

Tipps & Tricks, den Ausstieg gut zu gestalten und nachhaltig auch zu bewahren und auch was Du tun kannst, wenn es nicht so funktioniert, liest Du hier in Teil 4.

 

Dieser Teil diente dazu Dir einen ersten Einblick in die 3 Phasen der Unternehmensnachfolge zu geben. Im nächsten Teil zeige ich Dir, wie Du die Vorbereitungsphase effektiv für Dich als Nachfolgerin nutzen kannst.

 

Das Wichtigste bei allem: vergiss nie, dass Unternehmensnachfolge leicht gehen darf!

 

Liebe Grüße

Nadja

 

P.S. Willst Du nichts verpassen? Dann melde Dich in meinem Newsletter an und Du bekommst jeden Artikel der Serie direkt in Dein Postfach geliefert.